Mrz 262013
 

Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die meistens im höheren Alter zuschlägt – die häufigsten Vorfälle geschehen zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Die Krankheit wurde nach dem Arzt Parkinson aus Großbritannien bekannt, der sie im Jahr 1817 auch als erster beschrieben hat. Die Ursache für die Krankheit ist vor allem der Dopamin Mangel, der vom Absterben der gewissen Nervenzellen im Gehirn verursacht wird. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff und sein Fehlen bedeutet, dass die Botenstoffe aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Das hat Konsequenzen – wie im Fall von Parkinson Störungen des Bewegungsapparates, wie Bewegungsstarre, starkes Zittern und die nicht vorhandene Stabilität in Körperhaltung.

Keine Heilung möglich

Heilbar ist die Parkinson Krankheit bisher nicht – es gibt aber viele Möglichkeiten der Behandlung, mit denen man die Fortschritte der Krankheit zurückhalten kann. Weil die Lebenserwartung bei den Menschen immer höher wird und Parkinson vor allem ältere Menschen trifft, wird die Anzahl der Erkrankten in der Zukunft immer mehr steigen. Geschätzt ist Parkinson in Deutschland bei ca. 150.000 bis 200.000 Patienten vorhanden – oft kommt es sogar ohne Voranzeichen oder gewissen Ursachen dazu. Jährlich erhöhen sich die Anzahlen der erkrankten in Mitteleuropa und inzwischen trifft Parkinson jeden 15. Von 100.000 Einwohnern. Die Kommunikation der Gehirnzellen untereinander erfolgt über Synapsen und Neurotransmitter. Wenn keine ausreichenden Botenstoffe verfügbar sind, wird diese Kommunikation gestört. Dopamin hat die Aufgabe der Steuerung von Bewegungen und wird von der schwarzen Substanz im Gehirn produziert und aktiviert die Bewegung.

Verlauf der Krankheit und Ursachen

Parkinson hat das Absterben der Nervenzellen in Substantia nigra als Ursache. Die Konsequenz ist die Verarmung der Bewegung oder im Extremfall sogar Verstarrung. Doch es ist nicht nur Dopamin, der für die Bewegung Verantwortung übernimmt, sondern auch andere Stoffe wie Glutamat oder Acetylcholin. Die arbeiten gut miteinander abgestimmt – diese Abstimmung wird durch Dopamin-Mangel gestört. So kommen typische Anzeichen des Parkinsons zur Geltung. Bewegungsbeschwerden werden erst beim Mangel von mehr als 60 Prozent der Zellen, die Dopamin herstellen, bemerkbar. Bei mehr als zwei Drittel der Patienten werden die Erkrankungen ohne Ursachen auftreten – nur in seltenen Fällen werden die durch genetisch bedingte Faktoren begünstigt. Einige der möglichen Ursachen können auch Umweltgifte sein (vor allem Pestizide oder Schwermetalle). Auch die freien Radikale werden als eins der Gründe diskutiert – diese sind für die Reaktionen anfällig und es kann durchaus sein, dass dadurch die Parkinson Krankheit begünstigt wird. Es gibt auch unterschiedliche Parkinson-Syndrome, deren Symptomatik ähnlich ist, wie bei Parkinson-Erkrankung. Diese Syndrome sind im höheren Alter mehr präsent, als die eigentliche Parkinson-Krankheit. Einige Medikamente sorgen unter Umständen dafür, dass Parkinson Syndrom ausgelöst wird, wie zum Beispiel Neuroleptika, die angewendet werden, wenn psychische Störungen behandelt werden müssen. Auch einige Blutdruckmedikamente sind da gefährlich.

In den meisten Fällen gehen die Symptome wieder zurück, wenn die Medikamente abgesetzt werden. Parkinson Syndrome können auch von Arteriosklerose, Hirnentzündungen, Schädel-hirn-Trauma, Schlaganfälle, und andere Schädigungen im Hirn hervorgerufen werden. Parkinson wird oft angedeutet – erste Anzeichen sind im Normalfall eine kleinere Handschrift Störungen im Geruch, Muskelschmerzen und Verspannungen, Probleme beim Anziehen, Waschen oder bei Computerarbeiten. Einige Patienten spüren Probleme, wenn sie Berg herunter gehen sollen oder erleiden sogar Selbstverletzungen durch starke Bewegungen im Traumschlaf.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens zwei typisch erkennbare Symptome vorliegen. Untersuchungen, wie Computertomografie und MRT sind eher dazu da, dass andere Krankheiten ausgeschlossen werden können. Die Positronen-Emissons-Tomographie macht die Verkleinerung der Zellen, die Dopamin ausschütten, erkennbar. Ein Hinweis auf Parkinson ist die Verbesserung der vorliegenden Symptomen bi Anwendung der Levodopa Therapie. Das ist eine der Dopamin-Vorstufen, die Gehirn zum Dopamin verarbeiten kann. Diese Therapie besteht aus mehreren Stufen: das wichtigste ist die Einnahme der richtigen Medikamenten. Weil Parkinson immer mehr fortschreitet und die Wirkung der Medikamente deswegen nachlassen kann, ist es wichtig, regelmäßig zu den Kontrollen zu gehen und sich beraten zu lasen. Gegebenenfalls sollten die Medikamente angepasst werden. Medikamente haben die Wiederherstellung der Botenstoffe im Gehirn als Ziel. Levodopa ist di Dopamin-Vorstufe und hat sehr positive Auswirkungen auf die Beweglichkeit, denn deren Hauptwirkung ist gegen Muskelsteifigkeit. Hilfreich ist es auch gegen die zittrigen Reaktionen. Es kann vorkommen, dass nach längerer Therapie unkontrollierbare Bewegungen auftreten, die den Patienten in Gefahr bringen können – er könnte sich dabei selbst verletzen. Wer die Schwankungen in der Wirkung meiden möchte, kann sich auch einer Dopamin-Pumpe bedienen – vor allem in den späteren Stadien ist dies sehr zu empfehlen, denn diese kann die Wirkstoffe sehr kontrolliert, in ständigen Abständen abgeben, und zwar über die Sonde im Dünndarm. Zweite Gruppe der Arzneien sind die Dopamin-Agonisten, die dem vorhandenen Dopamin die Wirkung verstärken kann. Dazu gehören die Medikamente, wie Lisurid, Pramipexol oder Ropinirol. Die neueren Medikamente aus dieser Gruppe sorgen für den immer gleichmäßigen Spiegel des vorhandenen Wirkstoffs und können zum Teil nur einmal täglich eingenommen werden – das ermöglichen schon Pramipexol oder Ropinirol. Einige Medikamente funktionieren auch so, dass sie den Wirkstoff über einen Pflaster abgeben. Der Pflaster muss dann jeden Tag gewechselt werden, um genug Wirkstoff zu enthalten. Es gibt noch einige Gruppen von Medikamenten, die dafür sorgen, dass Dopamin-Werte weniger schwanken, wie Tolcapon, (COMT-Hemmer oder Entacapon und Tolcapon. Um den Abbau des Dopamins stoppen zu können, eignen sich am besten die Medikamente, wie MAO-B-Hemmer oder Rasagilin. Gegen das Zittern können Sie Anticholinergika einsetzen. Amantadin ist ein Medikament, der höhere Ausschüttung des Dopamins möglich macht und für bessere Beweglichkeit sorgt. Unterschiedliche Gruppen mit Wirkstoffen können auch in Kombination genommen werden. Medikamente sind wichtig, um die Symptome, die äußerst verschieden sein können, zu lindern – deswegen ist es von einer essentiellen Bedeutung, immer zu den Kontrolluntersuchungen zu gehen, um die Medikamente dem Fortschritt der Krankheit entsprechend anpassen zu können. Sprechen Sie im Fall der Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Gehirnoperation als Therapie?

Wenn sich der Arzt um eine chirurgische Therapie entscheidet, ist es wichtig, dass zuerst ein Gespräch stattfindet, der dem Patienten Informationen liefert und ihm die Risiken und Nutzen des Eingriffs offenbart. Der Eingriff ist nur sinnvoll, wenn die Medikamente nicht ausreichen und der Patient keine entsprechende Lebensqualität hat. Die Stellen des Gehirns die davor sehr genau berechnet worden sind, werden unter Narkose behandelt – auf die werden dauerhaft Elektroden eingesetzt, um gewisse Bereiche des Gehirns zu reizen und dadurch zu hemmen. So können Probleme genau behandelt werden. Der Patient hat dann die Möglichkeit, die Reize jedes Mal mit dem einprogrammierten Schrittmacher auszulösen.

Physiotherapie und Stammzellen

Der Einsatz der Physiotherapie ist sehr bedeutsam, damit die Beweglichkeit möglichst lange aufrechterhalten werden kann. Wenn Sie Entspannungsübungen machen, können Sie sehr positive Nebenwirkungen erzielen. Besuchen Sie einen Logopäden, wenn Sie schon die ersten Schluck- oder Sprechprobleme merken, um gezielt mit Übungen die Muskulatur zu trainieren. Wenn Sie den Wunsch haben, trotz Erkrankung möglichst lange agil zu bleiben, besuchen Sie einen Ergotherapeuten – der hilft Ihnen dabei. Wenn benötigt können die Therapeuten auch die Hilfsmittel in den Training miteinbeziehen und dabei helfen, dass das Umfeld an die Parkinson-Kranken an deren Bedürfnisse angepasst wird. Die Forscher beschäftigen sich seit Jahrzehnten damit, die gewissen Nervenzellen, die im Gehirn absterben, irgendwie durch die neuen, gesunden Zellen ersetzen zu können. Eine Idee sind dabei die Stammzellen aus dem Knochenmark – diese könnten dann in das Gehirn eingepflanzt werden. Das nennt sich Stammzell-Transplantation. Die Theorie besagt, dass sich die Stammzellen im Gehirn in effektive Nervenzellen umdrehen könnten oder dafür sorgen könnten, dass Defizite ausgeglichen werden. Das klingt theoretisch sehr vielversprechend, doch die Frage, die sich da stellt, ist, ob das auch in Praxis klappen kann. Viele Experten sind da der Meinung, das ist sehr ungewiss, weil es nicht gut erforscht ist, wie sich die Stammzellen im Gehirn benehmen. Die könnten auch keine Wirkung haben oder sogar schädlich sein. Fakt ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen für diese Behandlung nicht zahlen. Sogar die deutsche Neurologie-Gesellschaft warnt die Patienten, die an Parkinson leiden, vor diesem Verfahren, weil die Gefahren größer sein könnten, als die Wirkung und die Absicherung. Die Methode ist deswegen zu dem Zeitpunkt nicht zu empfohlen, bis sie wissenschaftlich weiter untersucht wir.

Sorry, the comment form is closed at this time.