Dez 192012
 

Es ist mal wieder so weit: die Bäume haben alle ihre Blätter verloren, der Wind wird immer kälter, der erste Schnee ist da. An jeder Ecke gibt es bunte Lichter, Glühwein und Plätzchen, die Leute auf den Straßen sind dick eingepackt in Mützen und Schals, das Tageslicht ist während der letzten Wochen und Monate immer weniger geworden. Es ist eine Woche vor Weihnachten, und jetzt fällt es einem glühendheiß ein: es fehlen noch mindestens zehn Geschenke! Oder vielleicht sogar noch mehr? Noch keine einzige Weihnachtskarte verschickt! Die Gans, die man bestellen wollte, kommt bestimmt nicht mehr rechtzeitig an. Der Onkel ist sauer, weil man seine Einladung für Heiligabend absagen musste, die Tochter beleidigt, weil das Weihnachtstreffen ihres Sportvereins zugunsten eines Besuchs bei der Oma ausfallen musste. Alles passiert auf einmal, man versucht, alles in letzter noch zu organisieren und es allen recht zu machen, aber am Ende ist niemand zufrieden. Weihnachten, eine gemütliche, besinnliche Zeit mit denen, die einem wirklich wichtig und lieb sind, zurückgezogen, wenigstens einmal im Jahr, vom stressigen Alltag: so war es mal gedacht. Ist ein entspanntes Weihnachtsfest wirklich unmöglich geworden? Nein, das ist es natürlich nicht. Wir wissen theoretisch alle, dass es hilft, möglichst früh mit der Weihnachtsplanung zu beginnen. Aber das ist leichter gesagt, als getan: was kann man also konkret machen, um den Weihnachtsstress endlich los zu werden?

Zusammen geht’s leichter

Niemand kann alleine für die gesamte Organisation verantwortlich sein. Wenn am besten schon kurz vor der Adventszeit geklärt wird, wer aus der Familie sich worum kümmert, muss sich niemand überfordert fühlen. Vielleicht können ja die Kinder mal eine schöne Weihnachtskarte basteln? Vielleicht hat die Oma Lust, ein schönes Restaurant auszusuchen oder auch das Weihnachtsessen zu Hause zu organisieren? Hat der Onkel nicht schon im letzten Jahr diese tollen Plätzchen gebacken? Möchte nicht einer der Gäste zum Beispiel etwas Selbstgemachtes zum Weihnachtsmenü beisteuern? Damit alle Aufgaben sinnvoll aufgeteilt werden können, sollte natürlich zuerst besprochen werden, wie und wo gefeiert wird. Dabei sind allzu hohe Erwartungen ans Weihnachtsfest immer ein potentieller Stressfaktor. Aber wenn alle früh genug sagen können, wie sie sich Weihnachten wünschen, ist noch genug Zeit um Kompromisse zu finden, mit denen alle zufrieden sind.

Es muss nicht immer der 24. sein!

Gerade, wenn ein Großteil der Verwandtschaft in der Nähe wohnt, ist es hilfreich, mit der engsten Familie zu besprechen, wann wer besucht oder eingeladen wird. Es ist schwer, wenn nicht sogar unmöglich, es an Weihnachten allen recht zu machen. Aber nicht vergessen: es gibt nicht nur den Heiligabend. Wenn man rechtzeitig damit anfängt, alle Besuche zu organisieren, kann man sich zum Beispiel auch schon für die Adventssonntage verabreden.

Es kann durchaus sinnvoll sein, sich einen großen Familienkalender für diese Zeit anzulegen, in den so etwas eingetragen wird. Denn außer der näheren und ferneren Verwandtschaft, den alten Bekannten, die man wieder das ganze Jahr über nicht mehr gesehen hat, gibt es ja immer auch noch Weihnachtsveranstaltungen aller Art, vom Sportverein, von der Arbeit, von der Schule, von der Musikschule, und so weiter. Mit einem Kalender bleibt alles übersichtlich. Vor allem aber sieht man auf einem Kalender sofort, wann es zu viel wird. Niemand hat etwas davon, wenn für jeden Tag drei Besuche oder Veranstaltungen vorgesehen sind: weder die Besucher, noch die Besuchten. Es ist also nicht schlimm, sondern sogar ratsam, einige Einladungen abzusagen und vor allen Dingen Pflichtbesuche aus dem Programm zu streichen.

Wann soll ich das alles machen?

Selbst bei einer guten Planung ist in den Wochen vor Weihnachten eine ganze Menge zu tun. Auch wenn man nicht der Typ für die berühmten To- Do- Listen ist, kann es nie schaden, sich seine Zeit ein wenig einzuteilen. Der Hauptpunkt dabei sind natürlich die Geschenke. Es ist meistens bloße Hektik und Zeitverschwendung, ein paar Tage vor Weihnachten in ein riesiges Einkaufszentrum zu fahren, sich panisch durch die Massen zu schieben und am Ende einfach irgendetwas zu kaufen. Beim Schenken geht es nicht um Menge oder Preis. Vielmehr Freude bringt etwas persönliches, etwas, das sich der Beschenkte auch wirklich gewünscht hat. Dazu hilft es, sich einen Moment Zeit zu nehmen und an Gespräche mit den Verwandten und Freunden aus den letzten Wochen zu erinnern. Ist da nicht zum Beispiel nebenbei gefallen, dass die Schwester schon seit langem einen neuen Fahrradhelm braucht? Oder der Sohn schon immer mal eine Hängematte haben wollte? Wenn man einmal ein paar Ideen hat, muss man immer noch nicht sofort losgehen. Wozu gibt es denn das Internet? Mit einer Tasse Tee in der Hand kann man ganz in Ruhe von zu Hause aus herausfinden, wo es genau das Geschenkt gibt, das man sucht.

Weihnachtsrituale

Nicht nur für Kinder ist es beruhigend, wenn es Familientraditionen zu Weihnachten gibt. Rituale – etwa Weihnachtslieder singen, gemeinsam ein Lebkuchenhaus backen, einen Schneespaziergang machen oder Weihnachtsgeschichten erzählen – geben Sicherheit und Orientierung. Sie sind verlässlich und müssen außerdem, wenn sie einmal eingeführt sind, auch nicht immer wieder aufs Neue geplant werden. Auch hier ist es aber wichtig, das Programm für die Weihnachtstage nicht zu voll zu packen. Jeder braucht ab und zu mal ein bisschen Zeit für sich: ein bisschen Ruhe, selbst vor der Familie und vor Weihnachten.

Tricks zum Stressabbau

Bei all diesen Überlegungen zur richtigen Organisation sollte man nicht vergessen, worum es an Weihnachten eigentlich geht: Weihnachten sollte eine Auszeit vom Alltag sein, mit der Familie und allen Menschen, die einem besonders lieb sind. Und es wäre doch schade, wenn gerade diese Zeit trotz aller Planung hauptsächlich stressig würde. Neben der gerade schon angesprochenen Zeit für sich selbst, die natürlich je nach den eigenen Vorlieben gestaltet werden kann, gibt es zum Glück noch andere kleine Tricks, mit denen man den Vorweihnachtsstress abbauen kann. Mit Mineralien zum Beispiel kann der Energiestoffwechsel angeregt werden. Aber auch der Mangel an Tageslicht im Winter kann sehr auf die Stimmung schlagen. Um diesen Mangel auszugleichen, gibt es so genannte Lichttherapielampen, die sich direkt auf das Niveau des Glückshormons Serotonin auswirken. Es gibt also keinen Grund, warum es dieses Jahr nicht endlich mal richtig schön weihnachtlich werden sollte!

 

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