Dez 182012
 

Eine Depression ist eine psychische Krankheit, bei der der Stimmungszustand des Betroffenen eine depressive Art annimmt. Eine Depression darf nicht mit „normalen Gefühlen“ wie Mutlosigkeit, Erschöpfung und Trauer, welche Ergebnis eines bestimmten Problems sind, verwechselt werden. Eine Besserung tritt bei einer Depression in der Regel nicht von selbst ein. Demnach ist eine Behandlung notwendig.

Welche Ursachen für eine Depression sind bekannt?

Wenn ein Mensch an einer Depression erkrankt, dann spielen oft mehrere Ursachen eine Rolle. Es kommt zu einer Wechselwirkung zwischen körperlichen und genetischen Einflüssen sowie psychischen und psychosozialen Auslösern. Es handelt sich dabei um ein komplexes Zusammenspiel. Deshalb existiert nicht die eine typische Depression oder der eine typische Depressive. Wenn eine Depression auftritt, gerät der Hirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Die Botenstoffe Serotonin und/oder Noradrenalin sind nicht mehr in der optimalen Konzentration vorhanden. Diese Stoffe sind verantwortlich für die Kommunikation der Nervenzellen. Sobald das Gleichgewicht der Botenstoffe nicht hergestellt ist, ist die Übertragung der Impulse zwischen den Hirnzellen gestört, was Einfluss auf die Gefühle und Gedanken des Betroffenen nimmt. Krankheiten wie Tumore, Parkinson, Schilddrüsenunterfunktion oder Hormonstörungen können ebenfalls dazu beitragen, dass ein Mensch an einer Depression erkrankt. Ebenfalls können Stress oder bestimmte Lebensumstände zu einer Depression führen. Das Risiko an einer Depression zu erkranken, ist bei Menschen erhöht, die extrem leistungsorientiert sind, ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben und eine stark selbstkritische, perfektionistische Haltung einnehmen.

Welche Symptome deuten auf eine Depression hin?

Die Symptome für eine Depression sind sehr unterschiedlich, doch sind einige Anzeichen sehr charakteristisch für eine Depression, wie freud-, mut-, antriebs- und kraftlos zu sein. Dinge, die dem Betroffenen früher viel Freude bereitet haben, erscheinen ihm nun als bedeutungslos. Einfache Tätigkeiten empfindet der Patient als sehr anstrengend. Der Großteil der Betroffenen erkrankt an der monopolaren oder unipolaren Form. Nur wenige deutsche Erwachsene erleben die bipolare Depression, auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet. Anzeichen für eine unipolare Depression sind innere Leere, Energieverlust, Selbstzweifel, Ängste oder psychische Anzeichen wie Appetitverlust oder –steigerung, massive Schlafstörungen, körperliche Unruhe oder herabgesetztes sexuelles Verlangen. Die bipolare Form der Depression drückt sich durch einen mal mehr oder mal weniger schnellen und häufigen Wechsel zwischen sehr verschiedenen Krankheitsphasen aus. Während der depressiven Phase ist der Betroffene häufig antriebslos. In der manischen Phase ist der Betroffene dagegen beispielsweise sehr euphorisch, aufgekratzt und energiegeladen oder stark gereizt bis aggressiv. Bei manisch-depressiven Personen ist das Risiko für Selbstmordversuche und Suchterkrankungen sehr hoch. Demnach sind eine schnelle Diagnose und Therapie von besonderer Bedeutung.

Wie erfolgt die Diagnose?

Schätzungsweise werden über die Hälfte der an einer Depression erkrankten Personen nicht behandelt. Die Diagnose „Depression“ ist oft nicht leicht zu stellen, da die Anzeichen von Mensch zu Mensch in Dauer, Stärke und Zusammensetzung sehr unterschiedlich sind. Die Betroffenen nehmen typische Symptome für eine Depression häufig als normale Stimmungsschwankungen wahr oder gehen von physischen Krankheiten aus. So erfolgt häufig eine Behandlung der körperlichen Leiden, doch die psychischen Probleme bleiben im Verborgenen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht sehr wahrscheinlich eine erfolgreiche Behandlung. Um eine Depression zu diagnostizieren, erfolgt zunächst eine gründlich Anamnese der biografischen und medizinischen Vorgeschichte, der aktuellen Lebenssituation und des körperlichen und geistigen Zustandes des Betroffenen.

Wie kann eine Depression therapiert werden?

Wenn es sich um eine leichte Verlaufsform der Depression handelt, können schon Sport- und Bewegungstherapie, regelmäßige Gespräche, Entspannungsverfahren, pflanzliche Heilmittel oder Antidepressiva hilfreich sein. Bei den meisten Betroffenen wird allerdings eine Behandlung angewandt, die auf drei Grundpfeilern aufbaut: die Behandlung mit Antidepressiva, psychotherapeutische Verfahren in Form regelmäßiger Gespräche und zusätzliche therapeutische Maßnahmen, wie Tanz- oder Kunsttherapie. Wichtig ist, dass die Behandlung auf den Betroffenen individuell abgestimmt ist. Leidet der Betroffene unter einer sehr schweren Depression ist eine Betreuung in einer Klinik für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik notwendig. Wichtig ist es, in Folge einer Depression, die eigene Seele zu stärken. Der Therapeut erarbeitet mit dem Betroffenen Methoden, wie dieser sich selbst aktiv helfen kann, gesund zu bleiben. Regelmäßiger Sport oder Unternehmungen zusammen mit Freunden sind ebenfalls empfehlenswert.

Wie können Angehörige und Freunde helfen?

Häufig wissen Angehörige und Freunde nicht, wie sie helfen können. Unumgänglich ist es, dass sie sich Informationen zur Krankheit „Depression“ einholen. Außerdem sollte den Angehörigen und Freunden bewusst sein, dass sie keinen Ersatz für einen Therapeuten darstellen. Hilfreich ist es, die eigenen negativen Gefühle gegenüber dem Erkrankten vorsichtig zu äußern, ohne Aggressionen heraus zu lassen. Diese Grundregeln müssen eingehalten werden, um zu verhindern, selbst in eine Depression zu gelangen oder das Versagensgefühl des Betroffenen noch weiter zu stärken. Hilfreich ist es, sich als Angehöriger selbst Hilfe zu suchen, wie beispielsweise in Form des behandelnden Arztes oder von Selbsthilfegruppen.

 

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